Objektorientiertes Design (OOD)

Informatik Johann Penon

Drei-Schichten-Architektur

Es hat sich durchgesetzt, die Informationssysteme in einer Drei-Schichten-Architektur (three-tier-architecture) zu modellieren. Diese Architektur besteht aus

  • der Benutzungsoberfläche (GUI-Schicht)

  • der Fachkonzeptschicht

  • und der Schicht für die Datenspeicherung (Datenhaltungsschicht)

Drei-Schichten-Modell

Die GUI-Schicht ist für die Darstellung aller Daten und für die Dialogführung zuständig.

In der Fachkonzeptschicht wird der Kern der Anwendung losgelöst von Speicherung und Präsentation festgelegt. Für den Austausch mit der Benutzungsoberfläche werden Standardmethoden (setAttribut und getAttribut) zur Verfügung gestellt. Die Fachkonzeptschicht besitzt kein Wissen über die Benutzungsoberfläche. Bei einer Änderung der Benutzungsoberfläche muss das Fachkonzept nicht angepasst werden.

Die Datenhaltungsschicht sorgt für die Datenspeicherung, z. B. in einer Datenbank. Die GUI-Schicht weiß nicht wie der Zugriff auf die Daten erfolgt.

"Die Entkoppelung von Benutzungsoberfläche und Fachkonzept ist heute ein Grundprinzip des Softwareentwurfs. Viele dieser Ideen haben ihren Ursprung in der Architektur MVC, die erstmalig in Smalltalk-80 verwendet wurde." (Heide Balzert 1999, S. 373)

Der Vorteil dieses Vorgehens liegt in der guten Wartbarkeit. Die Hardwareabhängigkeiten können in einer Schicht isoliert werden. Änderungen der Benutzungsoberfläche sind unabhängig vom Rest des Systems.

Eine Weiterentwicklung ist die Mehr-Schichten-Architektur (multi-tier-architecture). Dieses Vorgehen ergänzt die Drei-Schichten-Architektur um eine Fachkonzept-Zugriffsschicht und eine Datenhaltungs-Zugriffsschicht.

Auf diese Weise werden einerseits komplexe Fachkonzeptstrukturen auf einfache Datentypen der GUI-Schicht abgebildet und andererseits werden die Strukturen der Fachklassen in Typen der Datenhaltungsschicht (z.B. relationale oder objektorientierte Datenbanken) konvertiert.

Vgl. Heide Balzert: Lehrbuch der Objektmodellierung, Spektrum Akademischer Verlag 1999, S. 373 f.

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